Asien in Berlin

Good Friends – Der Klassiker

Na bitte – endlich das erste Mal über die alte Grenze und ab in Westen! Die Chinaperle in der Kantstraße heißt Good Friends und liegt 50 m vom S-Bahnhof Savignyplatz entfernt. Wer in der Vergangenheit authentisch chinesisch essen wollte, der ist mit aller Wahrscheinlichkeit hier gelandet. Das Good Friends ist der Klassiker des Little Asia der Kantstraße.


Also direkt ganz pünktlich um 18 Uhr vor Ort und ohne Probleme im großen, recht kargen Restaurant einen Tisch bekommen. Zwei Stunden später war die Hütte allerdings fast voll – zu den Stammkunden gehören hier neben Chinesen vor allem Russen – warum, ist mir nicht ganz klar, aber ländertechnisch sind die beiden sich ja zumindest näher als Deutschland und China. Ich spreche im übrigen von den Etepetete-Russen, samt Frau und Kindern. Also keine Angst vor grölenden, wodkaschwenkenden Männergruppen. Das Good Friends gehört seit vielen, vielen Jahren zu DEN Asia-Institutionen Berlins und serviert vornehmlich Gerichte aus der Provinz Kanton.

DAS ESSEN

Vor allem rühmt sich das Good Friends mit frischen, teilweise schwer zu beschaffenden Zutaten, darunter Aal, allerlei Meeresfrüchte, Krabben etc. Eigens dafür haben sie im Restaurant sogar ein „Aquarium“ mit lebenden Krabben und Hummern. Im Schaufenster hängen außerdem einige Peking-Enten. Meine Begleitung und ich wollten gestern ein Gericht vom Tagesmenü bestellen – gegrillter Schweinebrauch und Aal – aber der war leider schon aus, schade. Alternativ wurde uns direkt ein anderer Fisch empfohlen, Seezunge, was sich auch als hervorragende Entscheidung erwies. Als zweites sollte etwas scharfes her und meine Wahl viel wieder (!) auf das Mapo-Tofu. Mir ist leider erst hinterher eingefallen, dass ihr vielleicht auch mal was anderes sehen wollt (gabs ja schon im China-City), aber nu wars geschehen. Interessanterweise sah das Mapo-Tofu hier ganz schön anders aus und wurde nicht in einer tiefen Schale mit viel Soße, sondern auf einem Teller serviert. Gericht Nr.1 mit dem Schweinebauch kam in einem Keramiktopf, der offenbar frisch aus dem Ofen kam, alles brutzelte noch vor sich hin. Geschmacklich entsprachen beide Teller unseren Erwartungen, aber ich persönlich würde das „soßigere“ Mapo-Tpfu vorziehen ^^ Der Schweinebauch war wunderbar mit Knoblauch und Koriander abgeschmeckt und der Fisch passte einfach nur genial dazu – was ich niemals gedacht hätte. Ich mein, wer in der europäischen Küche mischt den Schwein und Fisch? Ich bin froh, noch Reste zu haben und freue mich auf’s Mittag 😀

DER SERVICE

Hui. Haik schon mal ne freundlichere Bedienung gehabt. Perfektes deutsch, aber sowas von gelangweilt, ja schon fast genervt von uns. Wir bestellten alles auf einmal und meinen Wunsch nach Pflaumenwein vergaß er leider. Lobend muss ich die Schnelligkeit des Servierens hervorheben – das Essen kam nach höchstens 7 (!) Minuten auf den Tisch und war absolut frisch gemacht. Mag daran gelegen haben, dass wir kurz nach 18 Uhr bestellt haben und die Köche noch wenig zu tun hatten, aber so schnell ist mir ja noch nicht mal bei McDonalds n Menü serviert worden!

Preise haben sich teilweise gewaschen – aber is halt Kantstraße und nahe Ku’Damm, ganz frische Zutaten, was will man da erwarten? Fischgerichte generell um die 20 Euro pro Teller, „normale“ Speisen so bei 13 – 15 Euro. Der bestellte grüne Tee war interessant, die Kanne war voller Blüten und geschmacklich hatte ich sowas bisher noch nicht getrunken. Ich fand schön, dass wir nicht einfach Beuteltee bekamen. Mit 2 Gläschen Pflaumenwein kamen wir am Ende mit Trinkgeld auf 47 Euro – völlig in Ordnung. Und wie gesagt, etwas Mittag konnte ich mir ebenfalls noch mitnehmen 😉


Good Friends

Kantstr. 30

10623 Berlin

 

 

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